Historisches

Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten wurden die Fassaden und die Innenräume wieder in ihren ursprünglichen Zustand nach der Erbauung im Jahre 1434 versetzt.
Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten wurden die Fassaden und die Innenräume wieder in ihren ursprünglichen Zustand nach der Erbauung im Jahre 1434 versetzt.

Geschichte

Sie Stadtschänke gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt Großbottwar. Bereits bei der Stadtgründung im 13. Jahrhundert dürfte an dieser Stelle ein Gebäude errichtet worden sein, von dessen Keller sich im Keller des heutigen Gebäudes zur Westseite hin noch Überreste erhalten haben.

Das heutige Gebäude wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts an der Stelle eines älteren Gebäudes erbaut. Gemäß dendrochronologischer Untersuchungen wurde das im Haus verbaute Holz 1434/35 gefällt. Dieser Befund deckt sich mit der Datierung der Bauform des Hauses, so dass 1435 als Baujahr angenommen werden darf. Über den Bauherrn ist nichts bekannt. Das die anderen Gebäude am Markt überragende Gebäude scheint jedoch nicht als Bauernwohnhaus konzipiert worden zu sein. Vielmehr weist eine vom Erdgeschoss gewendelt in den Keller führende Treppe darauf hin, dass das Gebäude wohl als Gasthaus erbaut wurde, da sich kein Stall im Erdgeschoss befunden haben kann, während ein Zugang zu einem Weinkeller sehr für ein Gasthaus spricht.

Auch die Deckenhöhe im Erdgeschoss spricht gegen eine Nutzung als Stall. Die gehobene Ausstattung im ersten Obergeschoss mit Fenstererkern, Bohlenwänden und geschnitzter Balkendecke könnte auch Hinweise darauf geben, dass es sich um das Wohn- oder Amtshaus einer Amtsperson gehandelt hat.

Die ersten Namen von Besitzern und Vorbesitzern erscheinen ab 1535 in den Steuerlisten des Ortes.

So war vor 1535 Eberhard Cremer der erste bekannte Besitzer. 1535 besaß Stefan Stor das Gebäude. Der Zins des Hauses floss damals an den Allerheiligenaltar der Johanneskirche. Die Namen der frühen Besitzer sind nur lückenhaft überliefert und das Gebäude scheint häufig seine Besitzer gewechselt zu haben. Lange Zeit war im Erdgeschoss eine Bäckerei eingerichtet. 

1793 erwarb die Bäckerfamilie Weiler das Gebäude. In den Notjahren nach 1814 ist die Familie nach Nordamerika ausgewandert.

1817 erwarb die Bäckerfamilie Wittich das Haus, die es während drei Generationen als Bäckerei nutzte. Um 1900 erwarb dann die Metzgerfamilie Bauer das Haus. Später waren im Erdgeschoss eine Nähstube, der örtliche Polizeiposten und ein Optikergeschäft.

1970 hat schließlich die Stadt Großbottwar das Gebäude als Sanierungsobjekt erworben. Noch unsaniert wurde das Haus 1981 an die Familie Hartmaier verkauft, die das Gebäude von 1982 bis 1984 saniert hat.

Erst während der Sanierung des zum Marktplatz hin lange Zeit verputzten Gebäudes wurden sein sehr hohes Alter und seine dafür außerordentlich gute Erhaltung allmählich deutlich. Die neuen Besitzer entschieden sich angesichts der Bausubstanz für eine Sanierung mit  Restaurant und angeschlossenem kleinen Hotel.

Quelle: Martin Klumpp: Die Stadtschänke in Großbottwar – ein Haus und seine Zeit, in: Geschichtsblätter aus dem Bottwartal, Nr. 10, 2006, S. 33–39.

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